Ausstattung

Die Michaeliskirche besaß ursprünglich eine reiche und wertvolle Austattung. Im Zuge einer tiefgreifenden Umgestaltung der Kirche von 1792 bis 1794 unter dem Landschaftsdirektor Friedrich Ernst von Bülow wurden Ausstattungsstücke verkauft oder auch auch dem eigens geschaffenen "Museum" eingegliedert, aus dem später ein Grundstock des 1891 eröffneten Museums für das Fürstentum Lüneburg gebildet wurde.

Der Hochaltar
Bei dem Bild auf dem Hochaltar handelt es sich um eine Kopie der Darstellung der Beweinung Jesu Christi von Julius Wilhelm Rotermund (1826-1859) aus Hannover. Das Original befindet sich in der Dresdener Gemäldegalerie. Rotermund starb, bevor er die Arbeit an dem Orginalbild vollenden konnte. Der Düsseldorfer Historienmaler Eduard Bendemann, dessen Atelierschüler Rotermund war, stellte das Original fertig.

Die dargestellten Personen
Alle biblischen Erzählungen von der Grablegung Jesu erwähnen Joseph von Arithmathäa, der das Grab Jesu zur Verfügung stellte. Er ist möglicherweise der Mann auf der rechten Seite des Bildes. Das Johannes-Evangelium erwähnt auch Nikodemus. Das könnte der Mann auf der linken Seite des Bildes sein. In den Evangelien des Markus und Matthäus werden Maria von Magdala, die hier möglicherweise die Hand des toten Jesus hält, und "die andere Maria" genannt.
In den biblischen Erzählungen werden nicht die Maria, die Mutter Jesu, und der sogannte Lieblingsjünger Johannes erwähnt. Der Künstler hat die beiden in dieses Bild eingebaut: Maria in der Mitte mit einem blauen Umhang und Johannes trauernd am Kreuz.

Die Kanzel
Ein herausragendes Kunstwerk ist die Kanzel aus Sandstein, 1601/1602 von dem Bildhauer David Schwenke (1575-1620) aus Pirna geschaffen.

Ihre Basis bildet die Figur des Apostels Paulus. Mit Schwert und Buch weist er darauf hin, dass Gottes Wort schärfer ist als ein zweischneidiges Schwert (Hebräer 4,12). Die Darstellungen an der Kanzelbrüstung beginnen mit alttestamentlichen Zitaten, in den Nischen sind Bilder aus dem Leben Jesu Christi zu sehen. Von links nach rechts sind zu sehen: Verkündigung der Geburt an Maria, Geburt Jesu, Taufe, Kreuzigung und Auferstehung, Himmelfahrt, außerdem das Jüngste Gericht und eine Darstellung der Trinität. Als Figuren sind die Evangelisten am Aufgang, im Zentrum Jesus Christus mit der Weltkugel, dazu die 12 Apostel und vier Propheten des Alten Testaments dargestellt. Alle Felder schließen unten mit zweizeiligen lateinischen Versinschriften ab, die wohl im späten 17. Jh. hinzugefügt wurden. Oberhalb jeden Feldes erscheint ein Löwenkopf.
Der Kanzelkorb war ursprünglich kleiner und stand niedriger als heute. Er wurde erweitert um die Bilder Verkündigung und Himmelfahrt. Die Kanzel wurde höher gesetzt, die Treppe verlängert und dabei mit zwei weiteren Figuren ausgestattet sowie den Wappen des Abtes von Post und des letzten hannov. Königs Georg V..
Der bestehende Schalldeckel von 1865 orientiert sich an den Formen des Vorgängers von 1671. Seit der letzten Restaurierung (1984) sind Wappen von Konventualen, die einst am Kanzelkorb befestigt waren, am Kanzelpfeiler angebracht.
Alle Felder schließen unten mit zweizeiligen lateinischen Versinschriften ab, die wohl im späten 17. Jh. hinzugefügt wurden. Oberhalb jeden Feldes erscheint ein Löwenkopf.

 

 

 

Die Goldene Tafel
Das ehemals bedeutendste Ausstattungsstück der St. Michaeliskirche war die Goldene Tafel. Der reich verzierte Hochaltar bestand aus einem Reliquienschrein mit doppelten Flügelpaaren. Erhalten hat er seinen Namen von einer aus romanischer Zeit stammenden Goldplatte mit Darstellungen aus dem Leben Jesu. Sie wog núngefähr zehn Pfund und war mit Edelsteinen verziert. Um diese Tafel herum waren 22 Fächer angeordnet, die den Reliquienschatz des Michaelisklosters enthielten. Mit einem spektakuären Raub stahl Nickel List 1698 die Goldene Tafel und große Teile des Schatzes.
1790 wurde der Hochaltar aus der Kirche entfernt und ein Großteil der Kunstschätze verkauft. Teile des Hochaltares befinden sich im Landesmuseum Hannover.
Ein Modell der Goldenen Tafel, durch eine Schulklasse gefertigt, befindet am Eingang zur Taufkapelle.

 

 

Die Abtswappentafel
An der östlichen Stirnwand des südlichen Seitenschiffs ist die 1567 in Holz gefertigte Abtswappentafel aufgehängt. Sie wurde von Eberhard von Holle, Abt des Klosters von 1555-1586, in Auftrag gegeben. Sein Abts- und Bischofswappen bekrönt die Tafel. Seit 1561 war er auch Bischof von Lübeck. Beginnend mit dem Klostergründer Hermann Billung erscheinen auf der Tafel die Wappen und Daten der Äbte des Klosters.

 

 

 

 

Epitaph des Abtes Herbrod von Holle.

Im Dezember 1532 feierten die Mönche des Klosters St. Michaelis das Abendmahl auf lutherische Weise. Damit hatten sich auch Kloster und Kirche St. Michaelis der Reformation angeschlossen.
Dieses Epitaph zeigt den ersten evangelischen Abt des Klosters, Herbord von Holle (gestorben 1555). Sein Nachfolger und Neffe Eberhard von Holle, der in Wittenberg bei Melanchthon studiert hatte, errichtete auf diese Weise ein Reformationsdenkmal in St. Michaelis.
Rechts und links von dem betenden Abt sind in kreisrunden Porträtmedaillons Martin Luther, Urbanus Rhegius, Stephan Kempe und andere wichtige norddeutsche Reformatoren abgebildet.

Die Beschreibung weiterer Ausstattungsstücke folgt...

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