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Prävention Sexueller Gewalt - Die ForuM Studie

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und ihre 20 Landeskirchen haben die Aufarbeitungsstudie ForuM ausgeschrieben und finanziert, um mehr über die Gefährdungskonstellationen für sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie zu erfahren.
Ende 2020 hat der Forschungsverbund ForuM (Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland) mit einer breit angelegten unabhängigen Studie zum Thema sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche seine Arbeit aufgenommen.
Der Forschungsverbund hat die Ergebnisse der ForuM-Studie in einer Pressekonferenz vorgestellt. Hier geht es zu den Ergebnissen:
https://www.forum-studie.de/

"Wir haben sie gewollt – und wir nehmen sie mit Demut an", sagt Bischöfin Kirstin Fehrs, amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das statement können sie nachlesen: https://www.ekd.de/statement-kirsten-fehrs

'Demut' ist ein passendes Wort für die Ergebnisse der Studie und auch für die Verpflichtung, die daraus für die Kirche, Sprengel, Kirchenkreise und auch Kirchengemeinden sowie für die Diakonie erwächst.

'Demut', weil die Anzahl der betroffenen Menschen und der Täter das bislang Vermutete weit übersteigen. Wir sind erschüttert über die perfide Gewalt an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, von der niemand etwas gewusst haben will. Die evangelische Kirche und Diakonie haben sich schuldig gemacht und dabei versagt, den betroffenen Menschen gerecht zu werden - sei es, um sie zu schützen oder ihnen einen sicheren Raum zu geben, in dem sie erzählen und sich Hilfe holen können. Wir können nur um Entschuldigung bitten und hoffen, dass sie gewährt wird.

'Demut' ist angesagt, weil mit der Aufdeckung der Taten und der Entschuldigung die Verpflichtung einhergeht jetzt zu handeln, genau hinzuschauen, sensibel miteinander umzugehen und sich für Veränderungen und Prävention einzusetzen.

Mehr zu den Zahlen der Landeskriche Hannovers: https://www.landeskirche-hannovers.de/presse/pressemeldungen-landeskirche/2024/01/25-Sexualisierte-Gewalt-Landeskirche-veroeffentlicht-fallzahlen

Lernen aus Studienergebnissen

Die Ergebnisse werden nach der Veröffentlichung intensiv und breit diskutiert, um bestehende Konzepte zur Aufarbeitung, Intervention und Prävention weiter zu verbessern. Aufgrund der zu erwartenden Komplexität der Ergebnisse wird es notwendig sein, sie in einem längeren Prozess auszuwerten. Dabei werden verschiedene Akteurinnen und Akteure eingebunden. Eine zentrale Rolle bei der Auswertung und Rezeption der Ergebnsse spielt das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt in der EKD. In ihm arbeiten Betroffenenvertreterinnen und -vertreter und kirchliche Beauftragte zusammen. Unabdingbar ist die Einbindung der gesamten evangelischen Kirche und ihrer Mitglieder, der Synoden aller Landeskirchen und ihrer Bildungseinrichtungen sowie anderer Akteure. Ziel ist es, auf der EKD-Synode im November 2024 erste Maßnahmen und Konsequenzen zu benennen.

Die Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen sind auf dem Weg: Bis Ende 2025 müssen alle ehrenamtlichen und beruflichen Mitarbeitenden in der praktischen Arbeit mit Schutzbefohlenen und diejenigen, die in Gemeinden und Einrichtungen eine leitende Funktion innehaben, verpflichtend an einer Grundschulung zur Sensibilisierung und Prävention im Bereich sexualisierte Gewalt teilnehmen.
Wir schärfen damit das Bewusstsein für Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt.

Angebote von Hilfe https://praevention.landeskirche-hannovers.de/

Wir bieten Hilfe

Wenn Sie direkt oder indirekt von sexualisierter Gewalt betroffen sind, dann melden Sie sich. Bei der Fachstelle sexualisierte Gewalt der Ev. Landeskirche Hannovers oder den nicht-kirchlichen Anlaufstellen. Wir stehen an Ihrer Seite und behandeln Ihre Hinweise vertraulich.

Alle Kontaktadressen finden Sie hier :https://praevention.landeskirche-hannovers.de/

oder über help. Zentrale Anlaufstelle, unabhängige Information für Betroffene von sexueller Gewalt in der evangelischen Kirche und der Diakonie: https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite
Telefon: 0800 5040 112

 

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