Geschichte

St. Michaelis ist eine ehemalige Klosterkirche und nimmt als solche eine Sonderstellung unter den Sakralbauten der Stadt ein. Das Michaeliskloster mit Michaeliskirche befand sich vom 10. Jahrhundert bis 1371 auf dem einst viel grösseren Kalkberg als benediktinisches Hauskloster und Grablege der Billunger und Welfen. Nach der Zerstörung von Burg und Kloster durch die Bürger Lüneburgs wurden Kloster und Kirche innerhalb der Stadtmauern 1376 neu errichtet.

Aufgrund der Hanglage des Geländes, das der Orden für den Neubau des Klosters und der Kirche von der Stadt zugewiesen bekam, waren Substruktionsbauten notwendig, um die Kirche an diesem Hang bauen zu können.
Anstelle einer Grablege wurde hier eine Krypta oder auch Unterkirche geschaffen, die 1379 geweiht wurde.
Das Langhaus wurde am 11. Juli 1418 geweiht.

1388 zog der Konvent der Benediktiner in die sich nördlich an die Kirche anschließenden Gebäude ein.
Seit dem 10. Jahrhundert gehörte auch eine Schule zum Kloster. 1340 wurde diese durch eine externe Schule ergänzt – die Michaelisschule. Sie wurde dem Kloster von Herzog Otto I. geschenkt und sicherte dem Kloster bis 1406 das örtliche Schulmonopol.

Mit der Errichtung des Turmes von St. Michaelis wurde erst 1430 begonnen – also 12 Jahre nach Schlussweihe der Kirche. Sein heutiges Aussehen mit der barocken sogenannten welschen Haube erhielt er erst über 300 Jahre später, im Jahr 1767.

 

 

Das Kloster spielte eine bedeutende Rolle im Lande, der Abt war der vornehmste Geistliche in der Ständeversammlung, der „lüneburgischen Landschaft“. Die Klosterschule und die Partikularschule (für Knaben bürgerlicher Herkunft) waren weithin berühmt.
Im Mettenchor der letzteren sang Johann Sebastian Bach von 1700 bis 1702 als Chorknabe.

Im Jahre 1532 wurde das Kloster evangelisch, blieb aber als einziges Mönchskloster des Territoriums als ev. benediktinisches Ordenshaus erhalten. Erst 1655 wurde der ev. Konvent aufgelöst und in den Klostergebäuden die so genannte Ritterakademie zur Erziehung adeliger Söhne des Landes eingerichtet. Das Abtsamt blieb als Amt des Landhofmeisters, später Landschaftsdirektor bestehen.
1850 wurden Kloster und Ritterakademie aufgehoben, der größte Teil der Klostergebäude an staatliche Instanzen abgetreten, die Kirche selbst blieb Eigentum der Klosterkammer, einer eigenständigen Landesbehörde, von der sie bis heute unterhalten wird.

 

Zur Baugeschichte
Die Kirche ist eine dreischiffige, gotische Backstein – Hallenkirche, die infolge des nach Süden und Osten stark abfallenden Geländes im Osten ein starkes Fundament brauchte, wozu man eine Unterkirche in den Osthang baute, die gleichzeitig eine erste Verbindung zu den Klostergebäuden im Norden der Kirche schaffte. Ihre Säulen wurden 1894 – 1898 weitgehend neu aufgeführt, auch das Auferstehungsfenster und die Leuchter stammen aus jener Zeit . Aus der Entstehungszeit sind noch an den Wänden12 Weihekreuze erkennbar, vor allem aber die 18 Schlusssteine der mittelalterlichen Gewölbe, die eine besondere Kostbarkeit darstellen. Sie zeigen in 3 Reihen jeweils biblische Symbole für Christus, Maria und für die Aufgaben des Abtes. 1376 wurde der Grundstein für Unterkirche und Klostergebäude gelegt, 1388 zog der Konvent in die Klosteranlagen ein und benutzte die 1379 fertiggestellte Unterkirche für seine Gottesdienste, bis 1418 der Bau der Oberkirche beendet und auch diese geweiht war.
Mit der Errichtung des Turmes wurde erst 1430 begonnen; die Arbeiten wurden 1434 nach der Fertigstellung der Turmhalle und zweier darüber liegender Geschosse eingestellt und der Turm mit einem vierseitigen Pyramidendach versehen, das erst 1767 durch die heutige welsche Haube ersetzt wurde.
Die Kirche hatte zunächst drei getrennte Satteldächer über den Schiffen, die 1750/51 durch ein einziges Dach ersetzt wurden. 1794/95 erfolgte eine völlige Umgestaltung des Innenraums im Sinne der Aufklärung, 1864 – 1866 wurde ein Teil davon wieder rückgängig gemacht und der gotische Grundcharakter in neugotischer Form wiederhergestellt. Die letzte große Restaurierung erfolgte 1968 – 1972.

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